Donnerstag, 18.09.2014
Steuermann

Neues aus Hafen und Umgebung

Binnenfunk (Update)

Funken?! Was kommt da auf mich zu?

Nun sind es schon fast drei Jahre her, dass wir die notwendigen Sprechfunkzeugnisse UBI und SRC bekommen haben. Da wird es Zeit, seine beschwerlich antrainierten Fähigkeiten auch mal an einem richtigen Gerät auszutesten. Da weder Carsten noch ich jemals zuvor an einem öffentlichen Funknetz teilgenommen haben, muss man erst einmal schauen, was dort alles zu beachten ist.

Die Funke

Man benötigt ein Funkgerät. OK, das war klar. Aber welches nimmt der Anfänger? Also heißt es erst einmal Kataloge ordern, Internetseiten durchstöbern, eine Auswahl treffen und letztlich eine endgültige Entscheidung treffen. Was muss ein einfaches Gerät mindestens haben? Da wir vorwiegend auf Binnengewässern schippern benötigen wir zwangsläufig ein Gerät, das am Binnenfunk teilnehmen darf, also über ATIS verfügt. Wenn man schon einmal Geld ausgibt, dann sollte auch DSC dabei sein und um es komplett zu machen ist eine NMEA Schnittstelle für die GPS Position auch ganz nützlich. Zugegeben auf der Weser nicht wirklich notwendig, aber man ist ja verspielt. So nun sind die Randbedingungen festgelegt. Dadurch ergibt sich eine Auswahl, die sich über einen reichlichen großen finanziellen Spielraum erstreckt. Ab 130 Euro aufwärts sind entsprechende Geräte zu bekommen. Das Teil hat auch noch UKW Radio? Cool, zwei externe Lautsprecher angeschlossen und schon können wir nebenbei noch Radio hören. Ach Nein, lieber doch nicht. Wir haben nur eine Batterie und die sollte mit sowenig Strom wie möglich belastet werden. Außerdem hat das Gerät viel größere Ausmaße. Was uns wieder daran erinnert, dass wir auch einen geeigneten Platz dafür benötigen. Aber da denken wir später drüber nach. Erst einmal muss ein Gerät da sein.
Also meldet der Verstand, nimm' nicht das günstigste, aber auch nicht das teuerste. Der goldene Mittelweg sollte ausreichend sein. MTech-500? Klingt gut, aber der eine Online Shop meldet beim Preisvergleich, dass das Gerät seit 2008 nicht mehr produziert wird, sehr wohl aber noch auf Lager liegt und gekauft werden könnte. Dann wohl eher doch ein anders. Bei AWN ist eines mit dem Hinweis NEU im Angebot und die Zeitschrift Segeln hat es als Tipp ausgezeichnet. Der Preis liegt im Rahmen. Also Entscheidung gefällt. Das Gerät wird bestellt.

Antenne und Co.

Was für eine Antenne nimmt man denn so? Internet, Zeitschriften etc. alle haben eine Meinung und die Foren laufen fast über. Wichtig ist offenbar, ob es auf einem Motorboot oder einem Segelboot zum Einsatz kommen soll. Bei Segelbooten sitz die Antenne höher ist dafür mehr Seitenneigungen ausgesetzt. Bei Motorbooten ist die Seitenneigung eher gering, dafür sollte die Antenne länger und einen höheren Gewinn haben. Aha. Also wieder Kataloge anschauen. Mmh.... Wirklich besser fühle ich mich bei der Auswahl noch nicht. Aber da ist doch eine Beratungshotline angegeben. Rufen wir doch einfach mal an. Nach kurzer Zeit hat der nette Mensch am anderen Telefon meine Vorstellungen, die Umstände, sprich Bootsart und Größe aufgenommen. In der Art wie er es sagte und vor allem was er sagte, hatte ich kurz darauf  den Eindruck: der weiß genau wovon er spricht. Noch am Telefon sind wir die Möglichkeiten durchgegangen und haben uns gemeinsam für ein komplettes Set mit Antenne und Kabel entschieden. Ach ja. einen entsprechenden Fuß für die Decksmontage brauchten wir dann auch noch.

Nun hatten wir alles zusammen und konnten die Bestellungen losschicken. Noch ist sie nicht angekommen. Aber das hatte der freundliche Berater ja auch gleich mitgeteilt: Das Funkgerät ist derzeit nicht am Lager, aber bereits beim Lieferanten bestellt. Lieferzeit voraussichtlich 4 Wochen. Da bleibt noch genug Zeit, sich über alle anderen Dinge Gedanken zu machen.

Anmeldung

Natürlich, so ein Gerät gehört angemeldet. Schließlich soll alles seine Ordnung haben. Aber was bedeutet das letztlich? Was kostet so etwas? Muss man dann monatlich eine Gebühr entrichten? Wieder Fragen über Fragen.
Na ja. Das mit der Anmeldung war klar und den Vorgang hat der freundliche Berater nebenbei auch noch erläutert. Wenn das Gerät zugeschickt wird, dann liegt dem Gerät bereits ein Formular bei, das ausgefüllt an die entsprechende Adresse geschickt werden muss. Teil dieser Frequenzzuteilung ist die ATIS Nummer, die ich später im Gerät einstellen muss und unsere Funke eindeutig identifizierbar machen soll. OK, also warten wir erst einmal auf das Gerät selbst.
Zum Thema Kosten gibt es wieder viele Meinungen im Netz, aber eine klare Aussage gibt es auch auf den Seiten der Behörde nicht. Es scheint nicht klar zu sein, in welcher Höhe und in welcher Form die Gebühr festzulegen ist. Und bis die Behörde darüber entschieden hat, kostet es erst einmal nichts. Was nicht bedeutet, dass man nicht auch nachträglich noch zur Kasse gebeten wird, wenn man sich geeinigt hat.

Alles weitere, wenn das Gerät, die Antenne und Co eingetroffen sind. Ach ja. Wegen der Größe der Antenne fallen die Versandkosten etwas höher aus als üblich - Sperrgut halt.

Und weiter gehts!

So, nun kann es weitergehen. Das Funkgerät, die Antenne und der Antennenfuß sind endlich eingetroffen. Seltsamer Weise ist die angeblich sofort lieferbare Antenne erst eine Woche nach dem Funkgerät geliefert worden. So sind auf wundersame Weise die Versandkosten aufgrund der Nachlieferung der Antenne um 9 Euro günstiger als zum Zeitpunkt der Bestellung. Nachlieferungen werden kostenfrei zugestellt.

Frequenzzuteilungsurkunde

Natürlich lag dem Funkgerät kein Antrag für die Frequenzzuteilung bei. Warum auch? Nur weil der nette Herr am Telefon das angekündigt hat? Was soll's? Kein Problem. Im Netz gibt es genug davon und mittlerweile auch bei uns im Downloadverzeichnis.

Füllen wir das Formular doch einfach aus. Mmh... Die Zulassungs-Referenz-Nr. soll ich angeben. Auf dem Gerät vielleicht? Fehlanzeige. In der Anleitung? Auch nicht. "...erkundigen sie sich beim Fachhändler oder Verkäufer..." lautet die Hilfestellung. Klasse, bei AWN im Onlineshop gibt es einen vorausgefüllten Antrag mit der entsprechenden Nummer. Na also, geht doch.

Eingetragen, abgeschickt, warten...

Unglaublich nach nicht einmal 1 Woche ist die Frequenzzuteilungsurkunde schon da. Jetzt hat die 'Gabi' auch ein Rufzeichen (DH7004), eine MMSI und eine ATIS Kennung. Und das bei der Größe.

Für alle, die trotz vielfacher Hinweise auf die amtlichen Gebührentabellen keinen Hinweis auf die Kosten für die Urkunde finden konnte: 130 Euro verlangt die Bundesnetzagentur für diesen Dienst. Vorerst einmalig. Weitere Kosten werden in einem separatem Gebührenbescheid übermittelt. Warten wir mal ab. Damit dürfen sie sich ruhig noch Zeit lassen.

Ach ja, die Urkunde muss natürlich an Bord mitgeführt werden. Klar. Zusammen mit dem "Allgemeinen und regionalen Teil des Binnenschifffahrtsfunks" und nicht zu vergessen dem Funkzeugnis UBI bzw. SRC.

Einbau

Jetzt kommt der spannende Teil. Wohin mit der ganzen Hardware?

Hatte ich schon berichtet, dass zusätzlich noch eine NMEA fähige GPS Antenne auf der Einkaufsliste Platz gefunden hatte. Bei einem kleinen Yachtshop in Hamburg wurde ein kleines Gerät (nicht viel größer als ein halber Tennisball und auch so geformt) entdeckt und dort aus seiner Untätigkeit befreit.
Vorteil: Das Funkgerät bekommt jetzt auch die GPS Position. Nachteil: Ein weiteres Gerät und jede Menge Kabel, die verstaut werden wollen.

Am kommenden Wochenende wird es also eine Vorortbesichtigung geben und hoffentlich finden sich geeignete Ein- bzw. Anbauplätze.

Mal schauen, wann  wir den ersten Inbetriebnahmetest aller Komponenten angehen können. Bis dahin, Munter bleiben.